Wenn Männer Vater werden

Vater werden und mit dem Baby spielenVon meinem Mann Steffen geschrieben:

Vater zu werden ist das Schönste, was einem Mann in seinem Leben passieren kann.

So oder so ähnlich hören wir werdenden Väter es zumindest von Freunden, Verwandten und Bekannten sobald sie erfahren haben, dass die Freundin oder Frau schwanger ist.

Aber stimmt das denn wirklich?

Oder ist die bald bevorstehende Verknappung der Freizeit und des Privatlebens wirklich das, was mich für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte glücklich machen soll? Die Unsicherheit für uns Männer ist sehr groß, vor allem wenn wir nicht wissen, was uns in den nächsten Wochen und Monaten erwartet.

Der Geburtsvorbereitungskurs

Bereits frühzeitig beim ersten Wunsch der Lebenspartnerin zu einem  Geburtsvorbereitungskurs zu gehen, denken wir darüber nach ob wir das wirklich alles so wollen. Wozu soll ich einen Kurs für das angeblich natürlichste auf der Welt machen?

Schließlich lesen wir für unser neues Smartphone auch keine Gebrauchsanleitung und das ist bei weitem komplizierter!?

Beim Kurs angekommen tritt man das erste Mal in den Kontakt mit anderen Männern, die scheinbar Vater werden und man muss plötzlich feststellen, dass diese auch nur ganz normale Typen sind, mit denen man auch unter Umständen ein Bierchen trinken gehen würde. Natürlich ist auch immer das eine Männchen dabei, welches sich sofort das Tuch für den Babybauch schnappt, um es sich gleich testend umzuschnallen.

Aber das ist eher die Ausnahme und lockert die Stimmung. Natürlich gibt es im Geburtsvorbereitungskurs dann auch Informationen wie zum Beispiel über den Wochenfluss oder andere Komplikationen, die man als Mann lieber nicht wissen möchte. Allerdings werden aber auch wertvolle Informationen für Notfälle vor der Geburt gegeben, die beide Eltern, im hoffentlich nie eintretenden Notfall kennen sollten.

Aber vor allem bekommt man in dem Kurs noch eine kleine Checkliste für die Geburt mit Sachen zur Entbindung, welche Mutter, Vater und Baby im Krankenhaus gut gebrauchen können. Eine solche Tasche rechtzeitig ein paar Wochen vorab zu packen, hilft sehr die Ruhe zu bewahren, wenn es soweit ist Vater zu werden.

Die Geburt

Natürlich möchte der werdende Vater gerne die Geburt seines Babys erleben. Allerdings haben wir Männer natürlich auch einige Ängste und berechtigte Vorbehalte bei der Geburt mit anwesend zu sein. Schließlich sind wir ja auch in der Regel nicht bei Untersuchungen des Frauenarztes anwesend und wollen eigentlich auch nicht wissen, was dort bei den Untersuchungen so gemacht wird.

Bei der Geburt bekommen wir Männer in der Regel alles mit und es gibt keine geschnittenen Szenen wie im Fernsehen. Es gibt zumindest einige Männer, die nach der Geburt nicht mehr mit ihrer Frau schlafen wollten oder konnten, weil sie die Eindrücke der Geburt sehr mitgenommen haben. Das ist auch nicht ganz unverständlich, denn ohne euch jetzt Angst zu machen: die Geburt selbst und die Untersuchungen der Hebamme oder Ärztin kurz vor der Geburt können alle Männer schon etwas mitnehmen.

An dieser Stelle empfiehlt es sich, dass ihr euch rechtzeitig informiert, was alles während der Geburt passiert und vor allem, wie die Hebammen ihre notwendigen Untersuchungen machen. Es kann sonst plötzlich passieren, dass eine Hand zum Ertasten des Baby-Köpfchens in eurer Frau verschwindet, welches unvorbereitet eine sehr unangenehme Erfahrung für jeden Mann sein kann.

Wenn ihr jetzt schon wisst, dass euch solche Erfahrungen zu viel sein könnten, empfiehlt es sich während der Geburt den Blick von der Frau abzuwenden und sich einen Punkt am Boden oder an der Wand zu suchen, damit ihr nicht alles sehen müsst. Es hilft auch die Geburt als einen Film zu sehen, wo ihr nur ein Zuschauer vor dem Fernseher seid. Vater werden wird so viel angenehmer und entspannter für uns Männer.

Aber lasst euch eins gesagt werden beim 2. ist alles schon gar nicht mehr so schlimm. Auch eure Frau weiß jetzt wann es wirklich los geht und kann zwischen den Wehen den ein oder anderen lockeren Spruch abgeben. Und beim dritten geht alles ganz schnell… So war es jedenfalls bei uns. Bei unserer Dritten konnte ich der Omi gerade noch Schreiben 1 Wehe noch und schon war sie da. Ich glaube wir waren ungefähr 10 Minuten im Kreissaal als meine kleine Tochter das Licht der Welt erblickte.

Es kann sein, dass eure Frau nach einer natürlichen Geburt genäht werden muss. Bei jeglicher Nachsorge nach der Geburt ist es empfehlenswert den Kreissaal zu verlassen und erst einmal der Familie und den Freunden von der Geburt zu berichten. So ist es für euch in der Regel einfacher die Geburt schneller zu verarbeiten und nicht noch mehr bleibende Eindrücke einzusammeln. Bei der ganzen Anspannung sollten wir aber jetzt nicht vergessen: Vater werden war zwar nicht einfach aber eure Frau hat das einfach spitze gemacht und euch eine wunderbare Tochter oder Sohn geschenkt!

Eine Geburt zum 2. und 3. mal!

Nachdem ich euch oben meine Eindrücke der ersten Geburt erzählt habe, kann ich nur sagen auch beim 2. und dritten mal gab es spannende Dinge. Bei unser mittleren Tochter war die Geburt ganz anders. Da die Fruchtblase vorzeitig geplatzt war, dachte ich wir schaffen es nicht mehr rechtzeitig und meine Frau bekommt unser Kind im Auto. Solche Schreie habe ich bis dahin noch nicht von ihr gehört. Im Krankenhaus angekommen, hat es auch wirklich nur noch eine Stunde gedauert und da war unsere kleine Tochter. Diesmal wusste ich ja noch vom letzten mal das ich auf keinen Fall zwischen die Beine schauen wollte und das verarbeiten ging auch deutlich besser.

Unser drittes Kind kam dann im April 2016 und wieder war alles anders. Meine Frau ist Nachts irgendwann auf die Couch gegangen damit sie mich und die anderen Beiden nicht weckt. Um 7.00 stand sie plötzlich am Bett und meinte, so wenn du noch Frühstücken willst, dann jetzt. Ich war total erschrocken. Sie sah gar nicht aus als hätte Sie schmerzen, also ging ich erst mal in Ruhe duschen und zog mich langsam an. Ja sie veratmete die Wehen aber so geschrien wie bei unser ersten Tochter hat sie noch lange nicht. Um 9.00 Uhr rief sie dann ihre Mutter an, das sie die anderen beiden abholen soll. Als wir hier um 9.40 Uhr los fuhren wurden die Wehen dann doch auch für mich merklich heftiger.

Im Krankenhaus angekommen begrüßte uns die Hebamme mit „oh Sie haben es noch geschafft, dann aber schnell“. Es war 10.00 Uhr. Um 10.08 Uhr kam unsere Tochter auf die Welt! Damit hatte ich nicht gerechnet. So schnell und so anders als bei den anderen Beiden. Das war mit Abstand die angenehmste Geburt für mich;)

Was erwartet den Vater direkt nach der Geburt

Stellt euch schon darauf ein, dass ihr direkt nach der Geburt erst einmal gefordert seid. Eure Frau oder Freundin ist jetzt total geschafft und hat bestimmt auch einiges Blut verloren. Sie möchte vorrangig erst einmal etwas Ruhe und Schlaf. Gebt ihr etwas Zeit und lasst sie entscheiden, bevor ihr alle Freunde und Verwandte ins Krankenhaus einladet.

Macht lieber ein paar Fotos von eurem Baby und verschickt diese per E-Mail. Wahrscheinlich habt ihr jetzt sowieso irgendetwas Zuhause vergessen, was in der Krankenhaustasche gefehlt hat. Versorgt jetzt die eigene kleine Familie mit allem, was sie benötigen. Fragt eure Frau gerne einmal, was sie haben möchte. Bestimmt könnt ihr sie schon mit einem Burger oder Eis aus dem nächsten Drive-In glücklich machen.

Die Baby-Versorgung übernehmen erst einmal die Krankenschwestern auf der Station des Krankenhauses. Lasst euch aber gerne von einer Krankenschwester zeigen, wie ihr richtig wickelt. Ihr glaubt ja nicht wie stolz man sein kann, sein Baby das erste Mal alleine gewickelt zu haben. Vater werden heißt jetzt auch Verantwortung und Tätigkeiten der Mutter zu übernehmen.

 

Der erste Sex nach der Geburt

Sex nach der Geburt ist in der Regel ein Thema, welches wenig besprochen wird. Rein technisch ist der erste Sex nach dem Wochenfluss und dem Verheilen möglicher Wunden bereits nach 6 Wochen wieder möglich. Bei einigen Frauen kann es manchmal auch schon nach vier Wochen wieder möglich sein. Allerdings ist der Faktor, wie der Vater die Geburt überstanden hat, ein nicht zu vernachlässigender Gesichtspunkt beim ersten Sex nach der Geburt. Hier spielen die gesammelten Eindrücke bei der Geburt eine entscheidende Rolle bei der sexuellen Wahrnehmung der Partnerin.

Oftmals haben Väter nach der Geburt auch Hemmungen oder Unwohlsein. Sie glauben der Frau wehzutun.  In solchen Fällen sollte der Mann die Partnerin fragen, ob alles ok ist und ob ihr nichts wehtut. Oftmals hilft es den Männern auch in den ersten Tagen gezielt Kondome zu verwenden, da diese eine gewisse Distanz vermitteln. Diese Distanz hilft langsam den intimen Kontakt erneut aufzubauen und wiederherzustellen.

Nach der Geburt haben Frauen eher Lust auf kuscheln. Sex steht für sie auch durch das Stillen nicht im Vordergrund. Dies liegt häufig daran, dass sich die Frau nach der Geburt in ihrem Körper nicht mehr wohl fühlt. Hier sollte der Vater der Mutter gezielt ihre Fortschritte aufzeigen und sie motivieren, um das Selbstbewusstsein der Partnerin zu stärken. Wenn sich die Mutter im eigenen Körper wieder wohl und attraktiv fühlt und der Mann dies auch glaubhaft bestätigt, gelingt es der Mutter viel schneller wieder sexuelle Leidenschaft zu entwickeln.

Ausgehen und Feiern

Auch wenn der beste Freund Geburtstag hat oder die Party des Jahres ansteht. In den ersten Wochen nach der Geburt auszugehen ist etwas früh. Vater werden heißt jetzt auch die richtigen Entscheidungen zu treffen, die der Familie nützlich sind. Familie ist jetzt angesagt. Denn auch die Mutter möchte jetzt wahrgenommen werden. Jetzt zu feiern und sie allein zu lassen ist unfair.

In der Regel ist es empfehlenswert die Stillzeit abzuwarten und das erste Ausgehen zu verschieben, bis die Mutter das Baby abgestillt hat. Gemeinsamkeit ist jetzt sehr wichtig und sollte euch auch wichtig werden, andernfalls entwickelt ihr ein für eure Familie schädliches Paralleleben. Eure Freunde werden mit Sicherheit Verständnis dafür haben, dass ihr jetzt nicht mehr so spontan seid oder sein könnt.

Generell spricht aber auch nichts dagegen, wenn ihr nach 3-4 Monaten einmal zu zweit essen zu gehen. Es findet sich bestimmt eine Oma, Tante oder Freundin, die liebend gerne auf euren Nachwuchs aufpassen möchte. Ihr solltet euren Restaurant Besuch nur entsprechend mit den Stillzeiten synchronisieren.

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