Nabelschnurblut einlagern?

Nabelschnurblut abnehmenDas Nabelschnurblut einzulagern wird in Großstädten immer beliebter. Denn durch die Möglichkeit auch noch nach 40 ein Kind zu bekommen, steigt auch das Risiko an Fehlbildungen. So wird späten Eltern die beste Heilungschance ermöglicht.

Was ist Nabelschnurblut?

Als Nabelschnurblut bezeichnet man das Blut, welches noch nach der Entbindung in der Nabelschnur und der Plazenta (Mutterkuchen) enthalten ist. Das darin befindliche Blut ist das Blut des Kindes und nicht das Blut der Mutter. Denn ende der 80er Jahre wurde herausgefunden, dass das Blut wichtige aber vor allem außergewöhnlich viele Stammzellen enthält, die lebensrettende Funktionen und Nutzen haben.

Kosten für die Einlagerung zur möglichen Therapie des eigenen Kindes:

Ein großer Nachteil bei der Stammzellengewinnung über das Nabelschnurblut entsteht, wenn ihr die Stammzellen für euer Kind aufbewahren möchtet. Denn das Einlagern von Nabelschnurblut ist mit relativ hohen Kosten verbunden. Die Kosten der Einlagerung werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Denn die Wahrscheinlichkeit das euer Kind im Kindesalter an einer Krankheit wie zum Beispiel Diabetes Typ 1 erkrankt und die eingelagerten Zellen nicht auch diese Genveränderung aufweisen sehr gering ist. Sehr schwere Behinderungen können mit diesen Stammzellen leider auch noch nicht behandelt werden.

Die Kosten für die Einlagerung von Nabelschnurblut liegen in Deutschland bei ca. 2000 Euro für 20 Jahren Lagerungszeit. Spendet ihr euer Blut an einen Familienangehörigen, ist die Nabelschnurblut Gewinnung kostenfrei für die Eltern.

Was sind Stammzellen?

Stammzellen sind sehr funktionsfähige Zellen, welche einen Zellkern haben, der Informationen zur Zellteilung enthält. Stammzellen sind Zellen aus denen zum Beispiel Gewebe, Knochen, Knorpel oder Haut entstehen kann. Je jünger diese Zellen sind, umso besser ist ihre Funktion zur Reparatur von menschlichen Zellen.

Im Nabelschnurblut sind besonders viele gesunde und vor allem junge Zellen enthalten, deren Hauptaufgabe es ist sich zu vermehren und zu reparieren. Außerdem sind sie in unserem Körper eine große Unterstützung bei Krankheit oder äußerlichen Verletzungen. Deshalb werden sie auch vielversprechend eingesetzt, um Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes Typ 1 zu heilen.

Vorteile der Stammzellengewinnung aus dem Blut:

  • Es ist einfach und mit geringeren Risiken behaftet, sie aus Nabelschnurblut zu gewinnen
  • Geringes Risiko, dass diese mit Viren oder Krebszellen befallen sind
  • Gute Heilungschancen bei bekannter Krebsanamnese in der Familie
  • Geringes Risiko, dass sich die Stammzellen verändern oder mutieren
  • Anwendung zu jedem Zeitpunkt durch die Lagermöglichkeit

Nachteile der Stammzellengewinnung aus dem Blut:

  • Gewinnung ist nur bei der Geburt eines Kindes möglich
  • Kleine Menge der zu gewinnenden Zellen, da sich die Plazenta kurz nach der Entbindung von der Gebärmutter löst und die Zellen dadurch absterben
  • Chromosonale Gendefekte können auch im Nabelschnurblut vorhanden sein
  • Die Blutmenge eures Babys verringert sich, da die Nabelschnur frühzeitig abgeklemmt wird
  • dadurch können sowieso sehr schwache Babys, es in den ersten Lebenstagen sehr schwer haben

Nabelschnurblut- und Knochenmark-Stammzellen die Unterschiede:

Der größte Unterschied zwischen diesen Zellen ist, dass man die Nabelschnur-Stammzellen nur einmal im Leben gewinnen kann. Diese sind dafür aber sehr jung und funktionstüchtig. Aus dem Knochenmark kann man öfter  und wesentlich mehr entnehmen, als aus der Nabelschnur. Um einen Erwachsenen mit Stammzellen zu therapieren, würde man mindestens zwei Spenden von Blut benötigen.

In der Regel werden mehr als 10 Millionen Stammzellen pro Kilogramm Körpergewicht benötigt, um einen Therapieerfolg zu erzielen.

Eine Spende:

Wenn ihr euch zu einer Nabelschnurblut-Spende entschieden habt, ist dies grundsätzlich eine gute Angelegenheit. Aber ihr solltet beachten, dass die Heilungschancen nur bei Familienangehörigen sehr gut sind. Außerdem solltet allerdings beachten, dass man mit Stammzellen nur erworbene Krankheiten (wie z.B. Hautkrebs), welche durch den eigenen Lebensstil hervorgerufen wurden, therapieren kann.

Einlagerung und Haltbarkeit der Stammzellen:

Um eine jahrzehntelange Haltbarkeit des eingefrorenen Materials aus dem Nabelschnurbluts zu garantieren, muss dieses auf ca. -200 Grad eingefroren werden. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass diese Stammzellen sogar Jahrhunderte eingefroren werden können und immer noch den gleichen Therapieerfolg erzielen. Die Stammzellen sind nach dem Auftauen noch genauso effizient und jung, wie sie eingefroren wurden. Wichtig ist nur, dass sie fachkundig aufbereitet und konserviert wurden.

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