Verlust eines Babys – Darüber sollten alle Angehörigen, Bekannten und Freunde denken

GespraechsgruppeEine Fehlgeburt, Totgeburt oder ein Baby durch den plötzlichen Kindstod zu verlieren ist furchtbar. Dies Seelisch zu verarbeiten ist schon schwer genug.

Da braucht man keine zusätzlichen Konflikte die einen belasten. Besonders wenn es schon Kinder in der Familie gibt ist es schwer seinem Kummer Raum zu geben.

Einen Grund gibt es immer für dieses furchtbare Ereignis. Selbstvorwürfe, Zweifel oder Genetische Hintergründe stehen im Raum. Manchmal sind auch medizinische Eingriffe oder andere Gründe dafür verantwortlich das das ungeborene Baby stirbt.

Besonders nahe Angehörige können unbedacht verletzende Worte sagen. Ihre eigene Ohnmacht treibt sie zu Sachen die schwer nachvollziehbar sind. Es ist sehr wichtig sich einmal darüber Gedanken zu machen, was gesagt werden kann und was auf keinen Fall gesagt werden sollte.

Hier ein paar Beispiele die vermieden werden sollten;

  • Eine Fehlgeburt vor der 12 SSW ist doch noch nicht so schlimm, das war doch eh noch kein richtiger Mensch.
  • Naja zum Glück wussten das noch nicht so viele jetzt brauchst du dich nicht erklären
  • Alle guten Dinge sind drei, macht weiter irgendwann klappt es schon.
  • Jaja da kann man nur glücklich sein das einem selbst so etwas nicht passiert ist.
  • Sei froh das es jetzt passiert ist und nicht erst in der 40 Woche.
  • Was willst du auch mit einem Behinderten Kind?

Dies sind nur wenige Beispiele die verdeutlichen sollen, das ein Urteil einfach keinem zusteht. Eltern die eine so schreckliche Erfahrung gemacht haben, machen sich selbst schon Vorwürfe genug. Wichtig ist für alle Nahe stehenden Personen nur das ihr zuhören, Bedürfnisse wahrnehmen und trösten könnt.

GANZ OHNE WORTE

Es muss nicht immer etwas dazu gesagt werden, es sei denn ihr werdet nach eurer Meinung gefragt. Und selbst dann, seid ganz vorsichtig mit Vermutungen. Fragt lieber Gegenfragen. Bietet Hilfe an, indem ihr sie zum Gespräch begleitet, für sie Termine organisiert oder einfach nur mit einer heißen Schokolade für sie da seid.
Fragt wie es ihr geht, ob ihr irgendwas tun könnt oder vermittelt Erstkontakte mit Psychologen die auf diesem Thema Erfahrungen haben.

Eins ist noch ganz wichtig!!!
Jeder geht anders mit einer Fehlgeburt um. Manche kapseln sich erstmal von allen ab, weil sie allein sein möchten und andere suchen den Kontakt. Drängt euch nicht auf. Bietet euch an aber wartet dann darauf, dass sie sich bei euch meldet.
Verständnis zu haben ist das wichtigste in dieser Zeit.

Versucht ein Gespräch aufzubauen in dem ihr zum Beispiel nach Bildern fragt. Gibt es schöne Erinnerungsstücke an dem Baby? Viele möchten über das Baby reden wissen aber nicht wie und wo sie anfangen sollen.

In Extremsituation reagieren die Menschen auch so. Habt Verständnis dafür und seid nicht nachtragend. Irgendwann wird sich Freundschaft wieder normalisieren und sie wird sich euch öffnen. Manchmal muss einfach nur etwas Zeit vergehen. Macht ihr in dieser Zeit Vorwürfe oder bildet ein Urteil, könnt ihr die Freundschaft damit stark belasten.

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